Fakten

Junge Fahrer zwischen 18 und 24 Jahren trifft es öfter!

Auf dem Heimweg von der Disko oder der Party passiert es viel zu häufig: Tragische Unfälle, bei denen Alkohol im Spiel ist!

Immer ein schlechtes Ende für einen tollen Abend!

Statistiken zum Thema Unfallrisiko

• Jeder vierte (ca. 25 %) alkoholisierte Unfallbeteiligte ist zwischen 18 und 24 Jahre alt. 89 % der Beteiligten dieser Altersgruppe (18 bis 25 Jahre) sind Männer.

• Weitere 24 % der alkoholisierten Unfallbeteiligten finden sich unter den 25- bis 34-Jährigen, 17 % sind zwischen 35 und 44 Jahre alt.

• Die meisten Unfälle ereignen sich am Wochenende: Samstags (24 %) und sonntags (24 %) geschehen mehr als doppelt so viele Unfälle als an jedem anderen Tag der Woche. Dabei passieren fast die Hälfte aller Alkoholunfälle (45 %) zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens.

• Gerade junge Fahrer schätzen oftmals ihr Können am Steuer falsch ein. Sie fahren manchmal zu schnell in die Kurven, können Bremswege in Extremsituationen oder Überholvorgängen noch nicht richtig einschätzen, weil sie noch nie in dieser Situation gesteckt haben und deshalb nicht damit rechnen.

• Deshalb sind junge Fahrer einem überdurchschnittlichen Unfallrisiko im Straßenverkehr ausgesetzt. Und in Verbindung mit Alkohol vergrößert sich dieses Risiko sogar noch.

Die Wirkung von Alkohol

Alkohol hat vielfältige Auswirkungen auf den Körper. Bereits geringe Mengen verändern die Wahrnehmung, die Informationsverarbeitung und allgemein die Handlungsfähigkeit. Der Abbau der Blutalkoholkonzentration lässt sich von außen nicht beeinflussen! Weder durch essen, durch trinken noch an der frischen Luft!

Unter 0,2 Promille wirkt Alkohol bereits enthemmend. In Kombination mit steigender Selbstüberschätzung wächst der Mut zu einer riskanten Fahrweise. Kommt dann noch mangelnde Fahrpraxis dazu, wird’s eng!

Ab 0,2 Promille setzt eine Verminderung der Sehleistung ein. Gleichzeitig verlängern sich die Reaktionszeiten. Die Aufmerksamkeit, die Konzentrations-, Kritik- und Urteilsfähigkeit lassen nach. Die Risikobereitschaft steigt weiter an und die Wahrnehmungsfähigkeit für bewegliche Lichtquellen (z. B. andere Autos) verschlechtert sich.

Ab 0,5 Promille ist die Sehleistung um ca. 15 % vermindert und die Anpassungsfähigkeit der Augen an Veränderungen der Lichtverhältnisse (Hell-Dunkel-Anpassung) ist verlangsamt. Zusätzlich tritt eine Rotlichtschwäche auf und das Hörvermögen ist herabgesetzt. Geschwindigkeiten werden falsch eingeschätzt.

Ab 0,7 Promille kommt es zu ersten Gleichgewichtsstörungen. Die Nachtsehfähigkeit und Reaktionsfähigkeit nehmen weiter ab.

Ab 0,8 Promille ist die Sehfähigkeit um ca. 25 % vermindert und die Reaktionsfähigkeit verlangsamt sich um 40 % bis 50 %. Die Konzentrationsschwäche nimmt zu. Das Blickfeld ist stark eingeengt – Tunnelblick.

Ab 1,1 Promille beginnt die absolute Fahruntauglichkeit.

Achtung!

Hinzu kommt die so genannte „Trunkenheitsklausel“ der Allgemeinen Kfz-Versicherung: Kurz gesagt: Wer mit Alkohol am Steuer in einen Unfall verwickelt ist, fällt aus seiner Kaskoversicherung raus. Das heißt, jeden Schaden an Eurem Auto müsst Ihr selbst übernehmen. Außerdem müsst Ihr mit einer Geldforderung Eurer Haftpflichtversicherung für verursachte Schäden (an anderen Autos, an Schildern, Verkehrsinseln, Leitplanken usw.) rechnen! Im schlimmsten Fall will auch die Feuerwehr noch Geld für Ihren Einsatz.

Achtung!

Auch betrunkene Beifahrer können gefährlich sein! Denn auch sie können einen Unfall verursachen, wenn sie beispielsweise dem Fahrer unvermittelt ins Lenkrad greifen. Deshalb sollten Betrunkene besser auf der Rückbank Platz nehmen.

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Die Gesetzeslage

Trunkenheitsfahrt – Was sagt der neue Bußgeldkatalog

Auf vielen Veranstaltungen und Feierlichkeiten, aber auch im Alltag sind alkoholische Getränke kaum wegzudenken. Solange Alkohol in geringen Mengen konsumiert wird, soll es keine grundsätzlichen gesundheitlichen Risiken mit sich bringen. Allerdings kann Trunkenheit am Steuer im Straßenverkehr schwerwiegende Folgen haben. Diese Tatsache berücksichtigt auch der neue Bußgeldkatalog 2017. Fahren unter Alkoholeinfluss wird entsprechend seiner hohen Gefährdung der Verkehrssicherheit nach dem neuen Verkehrsrecht mit hohen Bußgeldern, der Vergabe von Punkten und ggf. mit einem Führerscheinentzug wegen Alkohol geahndet.

Alkohol im Körper

Die Schnelligkeit der Aufnahme von Alkohol ins Blut hängt von verschiedenen Faktoren ab. Gerade auf leerem Magen und beim schnellen Trinken gelangt der Alkohol rascher ins Blut. Dabei ist zu beachten, dass die höchste Blutalkoholkonzentration in der Regel erst nach einer Stunde eintritt und es so leicht passieren kann, dass man sich beim Alkoholkonsum vergaloppiert.

Die Stärke und der Umfang der Wirkung von Alkohol auf den menschlichen Körper hängen vom Geschlecht, dem Alter und anderen individuellen Unterschieden ab. Nichtsdestotrotz gibt es allgemeine Auswirkungen, die der Alkohol herbeiführt und die das Fahren unter Alkoholeinfluss so gefährlich machen:

  • Langsameres Reaktionsvermögen
  • Auswirkungen auf das emotionale und körperliche Befinden
  • Verringerte Aufmerksamkeit und Sehleistung (bis zum sogenannten Tunnelblick)
  • Erhöhte Risikobereitschaft

Als Beispiel verlängert sich bei einem Menschen mit einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille gegenüber einer nüchternen Person die Reaktionszeit um bis auf das Doppelte. So wird Trunkenheit am Steuer schnell zur Lebensgefahr.

Die Promillegrenze in Deutschland

Weil Alkohol am Steuer eine hohe Gefährdung des Straßenverkehrs darstellt, hat der „Bußgeldkatalog Alkohol“ vom Jahr 2017 hierfür ein entsprechend hohes Bußgeld, Punkte und unter Umständen auch den Entzug des Führerscheins vorgesehen.

Zur Prävention von Unfällen hat der Gesetzgeber eine bestimmte Promillegrenze festgelegt. Die Promille gibt dabei das Verhältnis des reinen Alkohols zur Körperflüssigkeit an, zeigt also den Alkoholgehalt im Blut. Als die wichtigsten Richtgrenzen gelten dabei:

  • 0,0 Promille in der Probezeit und vor der Vollendung des 21. Lebensjahres
  • bis 0,5 Promille für Fahrer außerhalb der Probezeit und nach Vollendung des 21. Lebensjahres

Entsprechend der Promillegrenzen werden Alkoholfahrten im Verkehrsrecht folgendermaßen gewertet:

  • bis 0,5 Promille grundsätzlich keine Ordnungswidrigkeit
  • 0,5 bis 1,09 Promille: Ordnungswidrigkeit
  • ab 1,1 Promille: Straftat
  • Ab 1,6 Promille: Straftat und Anordnung der medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU)

Allerdings gelten diese Promillegrenzen als allgemeine Richtgrenzen. Kommt es zu alkoholbedingten Ausfallerscheinungen oder einem Unfall, können härtere Strafen die Folge sein.

Im Folgenden zeigen wir Ihnen die wichtigsten Regelungen zur Promillegrenze und den rechtlichen Folgen bei Trunkenheit am Steuer. Auch kann Ihnen der Bußgeldrechner nach Auswählen des entsprechenden Delikts das Bußgeld gemäß des Bußgeldkatalogs der aktualisierten Straßenverkehrsordnung (StVO) ausrechnen.